Dichter Rauch drang am Donnerstagabend aus einem Bürotrakt der Firma Webasto in Schierling.  Atemschutzträger der Freiwilligen Feuerwehren Schierling und Eggmühl rückten vor, um fünf  vermisste Personen zu suchen und zu retten. Eine Schlauchleitung diente als Sicherung, um den Weg zurück ins Freie wiederzufinden. Vor dem Gebäude standen weitere Atemschutzträger bereit, für den Fall, dass etwas schief geht. Doch der Rauch war gar keiner, sondern Dämpfe aus einer Nebelmaschine, wie sie auch in Diskotheken verwendet wird. Was nach echtem Feuerwehreinsatz aussah war eine Übung für Atemschutzträger, insgesamt waren die Wehren mit sieben Fahrzeugen und mehr als 50 Einsatzkräften angerückt. Mit Taschenlampen und Wärmebildkamera tasteten sich die Einsatzkräfte in dieser „Nebelsuppe“  vorwärts um die vermissten zu bergen, was letztlich auch gelang. Für alle „überzählig“ ausgerückten Kameradinnen und Kameraden war die Übung natürlich bester Anschauungsunterricht. 

Bereits am Montag zuvor war die Schierlinger Feuerwehr im Werk um auszutesten ob man mit den vorhandenen Gerätschaften im Falle der Auslösung der CO2 Löschanlage im neuen Betriebsteil Batteriebau die Halle Be- beziehungsweise Entlüften kann. Im Rahmen einer Besprechung zu dieser neuen Fertigungshalle reifte die Idee im Bürotrakt, der derzeit Kernsaniert wird, diese Atemschutzübung abzuhalten. Dies stieß bei Werksleiter Christian Gallner und dem Leiter Werkstechnik, Ulrich Lindner auf offene Ohren.


Die Schierlinger Feuerwehrkommandant Sascha Jörchel dankte nach getaner Arbeit den Einsatzkräften für ihr Kommen und der Firma Webasto für die Bereitstellung der Räumlichkeiten für diese Übung. Er und seine Kommandantenkollegen Stefan Hüttner und Christian Plamper zogen nach dem Einsatz ein positives Fazit. Das Eindringen der Atemschutzträger und Sicherung mit Löschaufbau ging relativ schnell von Statten, allerdings kam es aufgrund eines kommunikativen Missverständnisses zu einer Verzögerung bei der Bergung der fünften Person. Warum dies geschah will man sich innerhalb der Wehr noch genauer anschauen.

Der Leiter Werktechnik, Ulrich Lindner, der zusammen mit dem Brandschutzbeauftragte Axel Schieder der Übung beiwohnte ,dankte den Feuerwehren für ihren Einsatz und betonte dass man diesen derzeit stillgelegten Bürotrakt gerne für eine Übung zur Verfügung gestellt habe. Er im Firmeninteresse  dass sich die Feuerwehr im Werksgelände auskenne und die Gefahrenpotentiale im Unglücksfalle einschätzen kann. Deshalb gäbe es auch immer wieder gemeinsame Begehungen mit den Führungskräften der Feuerwehr. Diese Übung bringe ihm zusätzliche Erkenntnisse wie denn die Rettungswege zu gestalten sind, wenn in naher Zukunft an der geübten Stelle die Baustelle eingerichtet ist und alles etwas enger wird. Nachdem mit einem Drucklüfter der Rauch aus dem Übungsobjekt geblasen war, rückten die Feuerwehren ab.

 

(Bildmaterial und Text: Robert Beck)